Kommunikation auf Augenhöhe: Respektvoller Umgang mit Hilfeempfängern
23.07.2025 · Lesezeit: 5 Min. · Tipps
Nachbarschaftshilfe lebt nicht nur von praktischen Handgriffen, sondern vor allem von der Art, wie Menschen miteinander umgehen. Wer Hilfe annimmt, befindet sich in einer verletzlichen Situation. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Freiwillige mit Einfühlungsvermögen und Respekt auftreten. Ein paar grundlegende Überlegungen können dabei helfen, die Kommunikation für alle Beteiligten angenehm zu gestalten.
Viele Hilfeempfänger haben ihr Leben lang eigenständig ihren Alltag gemeistert. Auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, fällt nicht leicht und kann mit Schamgefühlen verbunden sein. Freiwillige, die sich dessen bewusst sind, können durch ihr Verhalten dazu beitragen, dass die Annahme von Hilfe als normal und selbstverständlich empfunden wird.
Auf Augenhöhe begegnen
Der wichtigste Grundsatz lautet: Hilfe anbieten, ohne bevormundend zu wirken. Hilfeempfänger sind erwachsene Menschen mit eigenen Vorstellungen und Wünschen. Sie wissen selbst am besten, was sie brauchen und wie sie ihren Alltag gestalten möchten. Die Aufgabe der Freiwilligen ist es, diese Selbstbestimmung zu unterstützen, nicht zu ersetzen.
Konkret bedeutet das: Fragen stellen, statt Annahmen treffen. Anstatt zu entscheiden, was vermutlich gebraucht wird, sollte immer nachgefragt werden. Das gilt für die Einkaufsliste ebenso wie für die Art der Übergabe oder den gewünschten Kontaktumfang. Praktische Hinweise zur Organisation von Einkäufen finden Freiwillige in einem separaten Leitfaden.
Grenzen respektieren
Nicht jeder Hilfeempfänger möchte über seine persönliche Situation sprechen. Manche schätzen einen kurzen, sachlichen Austausch, andere freuen sich über ein längeres Gespräch. Freiwillige sollten sensibel dafür sein, welches Maß an Nähe erwünscht ist, und die Grenzen des Gegenübers achten.
Auch wenn gut gemeinte Ratschläge naheliegen, sollten sie nur gegeben werden, wenn sie ausdrücklich gewünscht sind. Ungebetene Empfehlungen zu Gesundheit, Ernährung oder Lebensführung können als übergriffig empfunden werden und das Vertrauensverhältnis belasten.
Verlässlichkeit als Vertrauensbasis
Nichts schafft mehr Vertrauen als Verlässlichkeit. Wer einen Einkaufstermin zusagt, sollte ihn auch einhalten. Falls etwas dazwischenkommt, ist eine rechtzeitige Absage selbstverständlich. Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt betont, dass gerade die Konstanz ehrenamtlicher Beziehungen einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Teilhabe leistet.
Regelmäßigkeit gibt Hilfeempfängern Sicherheit und Struktur. Wer weiß, dass donnerstags die Einkäufe kommen, kann seinen Wochenbedarf entsprechend planen. Diese Planbarkeit ist für viele Betroffene ein wichtiger Aspekt der Unterstützung.
Mit schwierigen Situationen umgehen
Gelegentlich kann es vorkommen, dass Hilfeempfänger unzufrieden sind oder Kritik äußern. In solchen Momenten hilft es, ruhig zu bleiben und zuzuhören. Oft stecken hinter der Unzufriedenheit tiefere Sorgen oder Frustrationen, die wenig mit der eigentlichen Hilfsleistung zu tun haben.
Sollte eine Situation belastend werden, können sich Freiwillige jederzeit an die Koordination der Nachbarschaftshilfe Bremen wenden. Dort wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, die für alle Beteiligten tragbar sind. Niemand muss schwierige Situationen allein bewältigen.
Dankbarkeit annehmen
Viele Hilfeempfänger möchten sich für die Unterstützung bedanken, manchmal mit kleinen Gesten wie einem Stück Kuchen oder einer Karte. Solche Zeichen der Wertschätzung anzunehmen, gehört ebenfalls zur Kommunikation auf Augenhöhe. Denn auch der Ausdruck von Dankbarkeit stärkt die Beziehung zwischen Helfenden und Hilfeempfängern.