Solidarität kennt keine Sprachbarrieren: Nachbarschaftshilfe für alle
22.02.2025 · Lesezeit: 5 Min. · Gemeinschaft
Bremen ist eine vielfältige Stadt, in der Menschen aus zahlreichen Ländern zusammenleben. Diese Vielfalt bereichert die Stadtteile, bringt aber auch Herausforderungen mit sich, besonders wenn sprachliche Hürden den Zugang zu Hilfsangeboten erschweren. Plattformen wie die Engagement-Plattform der Aktion Mensch setzen sich deutschlandweit dafür ein, Barrieren abzubauen und Teilhabe zu ermöglichen. Die Nachbarschaftshilfe Bremen verfolgt ein ähnliches Ziel auf lokaler Ebene.
Informationen in über zehn Sprachen
Von Anfang an hat die Nachbarschaftshilfe Bremen Wert darauf gelegt, ihre Informationen mehrsprachig bereitzustellen. Neben Deutsch stehen Texte und Hinweise unter anderem auf Englisch, Französisch, Türkisch, Arabisch, Farsi, Russisch, Polnisch, Bulgarisch, Kurdisch, Kroatisch, Portugiesisch und Urdu zur Verfügung. Damit sollen möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner Bremens erreicht werden.
Die mehrsprachigen Informationen decken die wichtigsten Fragen ab: Welche Hilfe wird angeboten? Wie kann man Kontakt aufnehmen? Was kostet die Unterstützung? Durch die Beantwortung dieser grundlegenden Fragen in der jeweiligen Muttersprache sinkt die Hemmschwelle, sich tatsächlich an die Initiative zu wenden.
Freiwillige mit Sprachkenntnissen
Ein besonderer Vorteil der Initiative liegt in der Vielfalt der Freiwilligen selbst. Viele Helferinnen und Helfer bringen Sprachkenntnisse mit, die über Deutsch hinausgehen. Dadurch können Hilfsanfragen oft in der Muttersprache der Betroffenen bearbeitet werden. Das schafft Vertrauen und erleichtert die Kommunikation erheblich.
Die Koordination berücksichtigt nach Möglichkeit die sprachlichen Bedürfnisse bei der Zuweisung von Freiwilligen. Wenn eine türkischsprachige Seniorin Einkaufshilfe benötigt, wird idealerweise eine Freiwillige vermittelt, die ebenfalls Türkisch spricht. Das macht die Hilfe persönlicher und effektiver.
Kulturelle Sensibilität im Alltag
Nachbarschaftshilfe funktioniert am besten, wenn sie auf gegenseitigem Respekt basiert. Dazu gehört auch ein Bewusstsein für kulturelle Unterschiede. Manche Hilfeempfänger bevorzugen es, wenn die Einkäufe vor der Tür abgestellt werden, andere schätzen den kurzen persönlichen Kontakt. Freiwillige sollten offen dafür sein, auf individuelle Wünsche einzugehen.
Auch religiöse oder kulturelle Ernährungsgewohnheiten spielen bei Einkäufen eine Rolle. Wer sich vorher erkundigt, welche Produkte gewünscht und welche tabu sind, zeigt Respekt und vermeidet Missverständnisse. Ein offenes Gespräch vorab klärt solche Fragen meist schnell und unkompliziert.
Mitmachen und Brücken bauen
Die Nachbarschaftshilfe Bremen sucht insbesondere Freiwillige mit verschiedenen Sprachkenntnissen. Wer neben Deutsch noch eine weitere Sprache beherrscht, kann einen besonders wertvollen Beitrag leisten. Interessierte können sich über die Kontaktseite an die Initiative wenden. Aber auch ohne zusätzliche Sprachkenntnisse ist jede Hilfe willkommen. Denn Solidarität zeigt sich oft auch ohne viele Worte: durch eine Einkaufstüte vor der Tür, einen Gang zur Apotheke oder einfach durch die Bereitschaft, da zu sein.